Ehrgeiziges Ballon-Projekt liefert faszinierende Bilder aus der Stratosphäre und beeindruckende Flugdaten - Video jetzt verfügbar.

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Eine Gruppe unter der Leitung von Herrn Dr. Schott und Herrn Knapp hatte sich in der Projektwoche 2018 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Ein mit Helium gefüllter Wetterballon sollte eine Sonde mit Messelektronik und Kameras bis in die Stratosphäre transportieren. Dort sollte der Ballon platzen und die Sonde an einem Fallschirm sicher zur Erde zurücksegeln. Wo sie von der Gruppe wieder gefunden werden sollte. Soweit der Plan. Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Einige Bilder und Graphiken finden Sie in diesem Bericht ebenso wie den link zu unserem Video.

 

GyMi.Stratosphaere 1Nach einigen Vorbereitungen und viel „Papierkram“ – notwendig sind z.B. Genehmigungen des Regierungspräsidiums in Darmstadt sowie der Flugsicherung für den Frankfurter Flughafen in Langen - konnte das  vom Schulverein des Gymnasiums unterstützte Projekt am 13. Juni an den Start gehen.

Nach dem Zusammenlöten und Programmieren eines Datenloggers und vielen Bastelarbeiten an der Sonde aus Styropor war es  pünktlich zur geplanten Startzeit um 10.00 Uhr soweit: Der Ballon hob vom Schulhof unter den Augen zahlreicher Zuschauer mit erstaunlicher Geschwindigkeit ab. An Bord waren außer der Datenelektronik zwei Videokameras und – ganz wichtig – zwei GPS-Sender. Denn die Sonde musste ja wiedergefunden werden. In etwa 25.000-30.000 m Höhe sollte sich der Ballon von 2m auf rund 7m Durchmesser ausgedehnt haben, platzen und an einem Fallschirm zurück zur Erde segeln.

Dann, 30 Minuten nach dem Start: Funkstille. Die Sonde war zu hoch, um über das Mobilfunknetz noch erreichbar zu sein. Sie war im „Blindflug“.

GyMi.Stratosphaere 2GyMi.Stratosphaere 3Ein Teil der Projektgruppe fuhr Richtung Amorbach, denn die meteorologischen Daten legten nahe, dass der Ballon nach Osten fliegen würde. Die Spannung stieg und groß war die Freude dann, als der Kontakt nach zwei Stunden wiederhergestellt werden konnte und klar war: Die „Weltraumsonde“ war in einem Waldstück in der Nähe von Walldürn gelandet. Die Bergung gestaltete sich schwierig, aber letztlich erfolgreich. 

Und dann die Begeisterung: Alles hatte funktioniert. „An Bord“ waren beeindruckende Video-Aufnahmen aus 23.000m Höhe sowie ein vollständiger Datensatz der aufgezeichneten Flugparameter, die auch für viele unterrichtliche Projekte in verschiedenen Fächern verwendet werden können. Zwei Tage Datenauswertung und –aufbereitung sowie Videoschnitt rundeten das Projekt ab. Die Temperaturverhältnisse in der Ozonschicht konnten ebenso diskutiert werden wie der Grund für die Wolkenbildung in einer bestimmten Höhe. Beeindruckende Bilder zeigen die dünne Atmosphärenhaut unter dem unendlichen Schwarz des Universums. Und schließlich war auch klar: 23.000m Höhe hatte der Ballon erreicht – und bis zu Alexander Gerst, der in rund 400km Höhe um die Erde kreist, wäre es dann doch noch ein Stück des Weges gewesen. Ein Video, das den Flug und die Suche illustriert, finden Sie an dieser Stelle. Zudem kann die genaue Flugroute auf dieser Karte verfolgt werden. Die genauen Flugdaten erhält man durch einen Klick auf die jeweilge Position. Die Lücke entsteht dadurch, dass oberhalb von 12.000 m aus technischen Gründen keine GPS-Daten empfangen werden konnten.

Die folgenden Graphiken veranschaulichen beispielhaft Daten über die Atmosphäre, die durch diesen Flug gewonnen werden konnten. 

Ballon.Geschwindigkeit

Temperaturprofil

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